Vier Männer nach Schildkröten-Video in Paphos identifiziert
Vier Männer nach Schildkröten-Video in Paphos identifiziert
Nach dem Auftauchen eines Videos, das zeigt, wie eine Schildkröte misshandelt wird, hat die Polizei in Paphos vier Männer strafrechtlich belangt. Die Aufnahmen sollen zeigen, wie eines der Tiere mehrfach auf den Boden geworfen und getreten wird.
Auslöser war eine Anzeige, die am Montag gegen 13.30 Uhr einging. Kurz darauf suchten Einsatzkräfte den im Video erkennbaren Ort auf – einen Strand in der Nähe des Dorfes Chlorakas. Die Ermittlungen führten zur Identifizierung von vier Männern im Alter von 58, 47, 27 und 22 Jahren. Nach Polizeiangaben handelt es sich um Mitarbeiter des Gemeinderats von Chlorakas.
Die Verdächtigen wurden am Dienstag an ihrem Arbeitsplatz angetroffen und festgenommen. Zudem stellten die Beamten eine tote Schildkröte sicher, um die Todesursache zu klären. Eine am Dienstagvormittag durchgeführte tierärztliche Untersuchung ergab, dass das Tier seit rund 48 Stunden verendet war.
Später am selben Tag erhielten die vier Männer schriftliche Anklagen wegen öffentlicher Ruhestörung. Sie wurden bis zur Zustellung einer späteren Gerichtsvorladung auf freien Fuß gesetzt.
Der Gemeinderat von Chlorakas äußerte sein Bedauern über die Vorfälle. Solches Verhalten entspreche weder den Grundsätzen noch den Werten oder Arbeitsweisen der Gemeinde. Nach Darstellung des Rates seien Mitarbeiter – wie üblich beim Auffinden toter Tiere – mit dem Ziel an den Strand gegangen, die vermeintlich bereits verendete Schildkröte zu entfernen. Man wolle nun den Abschluss der polizeilichen Ermittlungen abwarten.
Die Tierschutzbeauftragte Antonia Theodosiou bezeichnete den Vorfall als „inakzeptabel“. Selbst wenn die Schildkröte beim Auffinden bereits tot gewesen sei, sei der Umgang damit in keiner Weise angemessen. Immer wieder würden Mitarbeitende, die für die Bergung toter Schildkröten zuständig sind, auf das hohe Gewicht der Tiere oder mangelnde Kenntnisse verweisen. Dennoch gebe es klare Vorgaben und Protokolle des Fischereiministeriums, die strikt einzuhalten seien. Der Vorfall zeige, dass Schulungen für Personal lokaler Behörden notwendig seien, da solches Verhalten den Schutz der Meeresfauna untergrabe und dem Respekt gegenüber geschützten Arten widerspreche. Bei Sichtung einer lebenden Schildkröte müsse die Öffentlichkeit umgehend die Fischereibehörde informieren.
Auch die Leiterin der Fischereibehörde, Marina Argyrou, verurteilte das Geschehen scharf. Sie sprach von einem abscheulichen und zu verurteilenden Vorfall ohne Beispiel. Ein Mitarbeiter ihrer Behörde habe den Ort nach dem Ereignis aufgesucht und bestätigt, dass die Schildkröte tot war. Unabhängig davon sei die Art und Weise, wie mit dem Tier umgegangen wurde, in keiner Situation zu rechtfertigen.
Wir bleiben dran und berichten über diesen Vorfall sobald es was neues gibt!
Autor: MFRadio.de mit freundlicher Erlaubnis zur redaktionellen Nutzung
Quelle: CyprusMail.com